Staatliches Museum Schwerin

Schwerin, Deutschland

Projekt: Staatliches Museum, Schwerin

Bauherr: Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin

Architektur: ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, LH Architekten

Lichtplanung: ANDRES + PARTNER, Hamburg

Sonderleuchtenentwicklung, Fertigung und Montage: SATTLER

Photo: Ulrich Sattler

Jahr: 2025


 

Licht, das selbst zum Exponat wird

Für die Foyers im Erd- und Obergeschoss des Staatlichen Museums Schwerin entstanden zwei außergewöhnliche Sonderleuchten. Bis zu acht Meter lange, dreidimensional geschwungene Lichtlinien winden sich frei durch den Raum und machen die Beleuchtung selbst zum skulpturalen Gestaltungselement.

 

Die Pendelleuchten mit satinierter Bronzeoberfläche verbinden eine ausdrucksstarke Form mit überwiegend indirektem Licht. Tunable White und DALI-Steuerung ermöglichen dabei eine präzise Abstimmung auf Architektur, Nutzung und unterschiedliche Lichtszenarien.


 

„Medusa“ – Licht in Bewegung

Intern bekam die Sonderleuchte schnell den Namen „Medusa“. Ihre geschwungenen Arme scheinen sich durch den Raum zu bewegen und verändern ihre Wirkung mit jedem Blickwinkel.

 

Was aus der Distanz leicht und beinahe frei gezeichnet erscheint, basiert auf einer komplexen dreidimensionalen Geometrie. Mehrere gebogene und zugleich verwundene Profile verbinden sich zu einem Lichtobjekt, das keine eindeutige Vorder- oder Rückseite besitzt.


 

Zwei Ebenen, eine gemeinsame Formensprache

Für die beiden Foyerebenen wurden eigenständige Varianten entwickelt. Im Erdgeschoss besteht die rund 7,70 Meter lange Pendelleuchte aus zwei geschwungenen Rohrelementen. Im Obergeschoss bilden drei Elemente eine etwa acht Meter lange Komposition.

 

Beide Sonderleuchten folgen derselben gestalterischen Idee, reagieren jedoch individuell auf ihre jeweilige räumliche Situation. An jeweils acht Stahlseilen schweben die bis zu 1,25 Meter hohen Lichtobjekte frei im Foyer.


 

Komplexe Geometrie, präzise gefertigt

Die dreidimensionale Form entsteht aus Aluminium-Rundrohren mit einem Durchmesser von lediglich 40 Millimetern. In die schlanken Profile ist der Diffusor direkt integriert. Speziell angefertigte Endstücke aus 3D-gedrucktem Metall führen die anspruchsvolle Geometrie konsequent bis ins Detail fort.

 

Die Betriebsgeräte wurden außerhalb der Leuchten in der Zwischendecke untergebracht. Dadurch bleibt die sichtbare Konstruktion besonders klar und die skulpturale Wirkung der frei geführten Lichtlinien steht im Mittelpunkt.

 

Die satinierte Bronzeoberfläche verleiht den Leuchten eine warme, hochwertige Präsenz und schafft einen bewussten Kontrast zur historischen Museumsarchitektur.


 

Indirektes Licht, flexibel steuerbar

Der überwiegend indirekte Lichtaustritt betont die räumliche Wirkung der Sonderleuchten, ohne mit den ausgestellten Kunstwerken in Konkurrenz zu treten. Tunable White ermöglicht eine stufenlose Anpassung der Lichtfarbe zwischen 2.700 und 6.500 Kelvin.

 

Mit einer Farbwiedergabe von CRI > 90 und der Steuerung über DALI lassen sich unterschiedliche Lichtstimmungen präzise umsetzen – von warmem, atmosphärischem Licht bis zu einer klaren und aktivierenden Beleuchtung.


 

Ein zeitgenössisches Lichtobjekt für einen historischen Ort

Das 1882 eröffnete Staatliche Museum Schwerin wurde umfassend modernisiert und im Oktober 2025 wiedereröffnet. Die neue Foyerbeleuchtung setzt innerhalb der restaurierten Räume einen zeitgenössischen Akzent: präsent genug, um als eigenständiges Objekt wahrgenommen zu werden, und zugleich zurückhaltend genug, um Architektur und Kunst den notwendigen Raum zu lassen.

 

So wird aus einer funktionalen Pendelleuchte ein unverwechselbarer Bestandteil des Museums.