Offene Raumkonzepte, klare Materialien und reduzierte Architektur schaffen visuelle Ruhe – akustisch führen sie jedoch oft zum Gegenteil. Genau hier setzen Akustikleuchten an: Sie verbinden Licht und Schallabsorption in einem Element und lösen damit zwei zentrale Anforderungen moderner Innenarchitektur gleichzeitig.
Statt akustische Maßnahmen erst nachträglich zu ergänzen, wird die Raumakustik von Beginn an mitgedacht – präzise, reduziert und als Teil des gestalterischen Konzepts. Für Architekt:innen und Planer:innen entsteht so eine Lösung, die Räume nicht nur beleuchtet, sondern auch strukturiert, beruhigt und funktional verbessert.
Warum Licht und Raumakustik gemeinsam geplant werden sollten
In vielen Projekten werden Beleuchtung und Raumakustik getrennt entwickelt. Während die Lichtplanung früh in die Architektur integriert wird, folgen akustische Maßnahmen oft erst später – als zusätzliche Elemente im Raum. Akustikleuchten ermöglichen eine andere Herangehensweise: Licht und akustische Wirksamkeit entstehen gleichzeitig und werden integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts.
Für Planung und Gestaltung ergeben sich klare Vorteile:
- Reduktion der Nachhallzeit im Raum
- Verbesserung der Sprachverständlichkeit
- weniger zusätzliche akustische Elemente
- ruhigere, klarere Raumwirkung
- konsistente Gestaltung über alle Bereiche hinweg
Gerade in offenen Arbeitsumgebungen, Besprechungszonen oder repräsentativen Bereichen entsteht so eine präzise, ruhige und funktionale Raumqualität.
Nachhallzeit verstehen – warum Räume akustisch laut werden
Schall wird im Raum von Oberflächen reflektiert. Treffen harte Materialien wie Glas, Beton oder Metall aufeinander, bleibt er länger im Raum bestehen – es entsteht Nachhall. Die Folge:
- - Gespräche werden schwer verständlich
- - Geräusche wirken lauter als sie tatsächlich sind
- - Räume wirken unruhig und belastend
- - Konzentration und Produktivität sinken
Die Nachhallzeit beschreibt, wie lange dieser Effekt anhält. Ziel der Planung ist es, sie gezielt zu reduzieren – insbesondere dort, wo Kommunikation stattfindet. Akustikleuchten setzen genau an diesem Punkt an: Sie integrieren schallabsorbierende Materialien direkt in die Lichtlösung und wirken dort, wo sie benötigt werden – etwa über Arbeitsplätzen, Besprechungstischen oder Kommunikationszonen.
Welche Akustikleuchte passt zu welchem Raum?
Die Wahl der richtigen Lösung hängt stark von Nutzung, Raumgröße und architektonischem Anspruch ab.
Offene Büroflächen & Open Space
Hier ist vor allem eine hohe akustische Wirksamkeit gefragt. Baffelleuchten oder lineare Akustiksysteme eignen sich besonders, um Nachhall und Geräuschpegel über größere Flächen zu reduzieren.
Flexible Raumkonzepte
Bei wechselnden Nutzungen sind modulare Systeme oder Leuchten mit optionalen Akustikelementen sinnvoll. So bleibt die Gestaltung konsistent, auch wenn sich Anforderungen im Raum verändern.
Besprechungsräume & Kommunikationszonen
In diesen Bereichen steht die Sprachverständlichkeit im Vordergrund. Leuchten mit integrierten Stoff- oder Filzabsorbern können Kommunikation gezielt unterstützen, ohne zusätzliche akustische Elemente in den Raum zu bringen.
Lounge- & Hospitality-Bereiche
Wo Atmosphäre und Aufenthaltsqualität entscheidend sind, bieten textile oder natürliche Materialien wie Moos eine überzeugende Lösung. Sie schaffen eine weiche Raumwirkung und verbessern zugleich die Akustik.
Empfangsbereiche & Foyers
Hier geht es um mehr als reine Funktion. Großformatige Licht- und Akustikelemente verbinden räumliche Wirkung mit akustischer Beruhigung und tragen zur Identität des Ortes bei.
In diesen Kontexten verbessern sie nicht nur die akustische Qualität, sondern tragen gleichzeitig zur Lichtatmosphäre und zur räumlichen Struktur bei.
Licht und Akustik gemeinsam planen
Sie arbeiten an einem Projekt mit hohen Anforderungen an Raumakustik, Lichtqualität und gestalterische Ruhe?
SATTLER unterstützt Sie bei der Entwicklung einer Lösung, die Beleuchtung und akustische Wirksamkeit von Beginn an zusammen gemeinsam betrachtet.
Wie Schallabsorption gemessen wird
Der Schallabsorptionsgrad αw
Die Wirksamkeit eines Materials wird über den Schallabsorptionsgrad α (Alpha) beschrieben. Dieser Wert liegt zwischen 0 und 1 und gibt an, wie viel Schallenergie absorbiert wird.
- α = 0 → vollständige Reflexion | α = 0,5 → 50 % Absorption | α = 1 → vollständige Absorption
Der αw-Wert
Für die Planung wird häufig der gewichtete Schallabsorptionsgrad αw verwendet. Er fasst die Absorptionsleistung eines Materials über mehrere Frequenzen zusammen und ermöglicht eine vergleichbare Bewertung.
Der αw-Wert wird nach DIN EN ISO 11654 bestimmt und bildet die Grundlage für die Einteilung in Absorptionsklassen (A–E).
Frequenzbereiche
Frequenzdiagramme zeigen, in welchen Bereichen ein Material besonders wirksam ist. Für Büros und Kommunikationsräume ist vor allem der Sprachfrequenzbereich zwischen 250 und 2000 Hz entscheidend.
Materialien für akustisch wirksame Leuchten
Die Wahl des Materials beeinflusst sowohl die akustische Leistung als auch die gestalterische Wirkung im Raum.
Typische Materialien sind:
Textile Akustikstoffe
Hohe Absorption bei gleichzeitig großer gestalterischer Freiheit
Filz & Schaumstoffe
Bewährte Materialien mit starker Wirkung im Sprachfrequenzbereich
PET-Akustikbaffeln
Formstabil, nachhaltig und besonders effektiv in großen Räumen
Natürliche Materialien (z. B. Moos)
Visuelle und akustische Wirkung zugleich – ideal für repräsentative Bereiche
Akustikleuchten von SATTLER
SATTLER verbindet Lichttechnik und akustische Wirksamkeit in architektonisch präzisen Lösungen. Dabei entstehen keine standardisierten Lösungen, sondern unterschiedliche Leuchtenkonzepte – von linearen Baffeln über flächige Akustikpaneele bis hin zu dekorativen Leuchten mit integrierter Akustik. So kann jede Anwendung gezielt auf Raum, Nutzung und akustische Anforderungen abgestimmt werden.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Systeme infrage:
- BAFFELLEUCHTE für offene Bürostrukturen und hohe akustische Wirksamkeit
- GIOCO mit optionalem Acoustic Set für Kommunikationszonen, Lounges und Empfangsbereiche
- ACOUSTIC LIGHT PANEL und ACOUSTIC PANEL für flächige, ruhige Raumwirkungen
- LUCE VERDE für repräsentative Innenräume mit natürlicher Materialität und zusätzlicher Schallreduktion
- SOFT und CIRCOLO als Light + Acoustic Lösungen mit stoffbasiertem Akustikdiffusor, der die Nachhallzeit spürbar reduziert.
LICHTDECKEN
Lichtdecken mit schallreduzierender Dämmung sind in flexiblen, projektabhängigen Größen erhältlich.
Schaumstoff + Perforierte Folie
αw bis 0,7
GIOCO
Pendelleuchten mit Filzeinsatz für eine spürbare Verbesserung der Raumakustik. (verschiedene Größen).
Filz αw bis 0,9
ACOUSTIC PANEL
Runde oder quadratische Akustikelemente, ohne Beleuchtung, die durch den Einsatz von Akustikstoff die Raumakustik verbessern.
Stoff αw = 0,5
LUCE VERDE SERIES
Nicht nur eine Wohltat für das Auge, unsere LUCE VERDE Serie sorgt für eine natürliche Schallreduktion im Raum.
Moos αw bis 0,7
ACOUSTIC LIGHT PANEL
Licht und Akustik perfekt in einem Element kombiniert, rund oder eckig in verschiedenen Größen.
Stoff αw = 0,5
SOFT SERIES, CIRCOLO
Viele unserer runden, quadratischen, rechteckigen und elliptischen Leuchten lassen sich zusätzlich mit einem Schallabsorber ausstatten.
Stoff αw = 0,5

BAFFELLEUCHTE
Leuchte in Baffelform mit und ohne Lichteinsatz erhältlich.
PET-Stapelfaser (30% recyceltes Material)
αw = 0,95
Bedeutung der Absorptionsklassen für die Planung
Für viele Anwendungen in Büro- und Kommunikationsräumen werden Absorptionsklassen A oder B angestrebt, da sie eine spürbare Verbesserung der Raumakustik ermöglichen.
Absorptionsklasse A
Absorptionsklasse A steht für eine besonders hohe akustische Wirksamkeit. Typische Lösungen sind Akustikdeckensegel, Baffelsysteme oder großflächige Akustikleuchten, die gezielt zur Reduktion der Nachhallzeit beitragen. Sie kommen vor allem in offenen Bürostrukturen oder größeren Räumen zum Einsatz, in denen eine deutliche akustische Beruhigung erforderlich ist.
Absorptionsklasse B
Absorptionsklasse B beschreibt Materialien und Lösungen mit guter, aber etwas geringerer Absorptionsleistung. Dazu zählen insbesondere textile Akustikelemente oder kompaktere Leuchtenlösungen. Sie eignen sich vor allem für kleinere Räume oder Bereiche, in denen gezielte akustische Verbesserungen ausreichen, ohne großflächige Maßnahmen umzusetzen.
Materialien mit einem αw < 0,15 gelten in der Regel nicht als schallabsorbierend und tragen kaum zur Verbesserung der Raumakustik bei.
Absorptionsklassen im Überblick
Die akustische Wirksamkeit eines Materials wird häufig über sogenannte Absorptionsklassen definiert. Grundlage hierfür ist der bewertete Schallabsorptionsgrad αw nach DIN EN ISO 11654.
Die Einordnung erfolgt in folgende Klassen:
- Klasse A: αw = 0,90 – 1,00 (sehr hohe Absorption)
- Klasse B: αw = 0,80 – 0,85 (hohe Absorption)
- Klasse C: αw = 0,60 – 0,75 (mittlere Absorption)
- Klasse D: αw = 0,30 – 0,55 (geringe Absorption)
- Klasse E: αw = 0,15 – 0,25 (sehr geringe Absorption)<
Diese Klassifizierung ermöglicht eine schnelle Bewertung der akustischen Wirksamkeit und dient als Orientierung für die Planung von Räumen mit definierten Anforderungen an die Raumakustik.
Licht und Akustik gemeinsam planen
Sie arbeiten an einem Projekt mit hohen Anforderungen an Raumakustik, Lichtqualität und gestalterische Ruhe?
SATTLER unterstützt Sie bei der Entwicklung einer Lösung, die Beleuchtung und akustische Wirksamkeit von Anfang an zusammen denkt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Akustikleuchten
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Akustikleuchten sind Beleuchtungssysteme mit integrierten schallabsorbierenden Materialien. Sie verbessern die Raumakustik und übernehmen gleichzeitig die Funktion einer funktionalen oder atmosphärischen Beleuchtung.
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Typische Einsatzbereiche sind Büros, Konferenzräume, Open-Space Flächen, Lobbys, Bildungsräume sowie Aufenthalts- und Hospitality-Bereiche.
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Die Wirkung hängt von Material, Fläche, Positionierung und Raumgeometrie ab. In Kombination mit weiteren akustischen Maßnahmen kann die Nachhallzeit deutlich reduziert und die Sprachverständlichkeit spürbar verbessert werden.
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Das hängt von der Größe und Nutzung des Raums ab. In kleineren oder gezielt geplanten Bereichen können sie bereits eine deutliche Wirkung erzielen. In größeren Räumen sind sie häufig Teil eines ganzheitlichen Akustikkonzepts.
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Je nach Anwendung kommen textile Akustikstoffe, Filz, PET-Fasern, Schaumstoffe oder natürliche Materialien wie Moos zum Einsatz.
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Vor allem für Räume, in denen Kommunikation, Konzentration und Aufenthaltsqualität eine wichtige Rolle spielen – etwa Büros, Besprechungsräume, Foyers, Lernräume oder Lounges.
Autor: Alexander Strifler