Schutzart & Schutzklasse –

Sicherheit im Fokus

Ob im Innenraum, im Außenbereich oder in sensiblen Anwendungszonen: Leuchten müssen zur jeweiligen Umgebung und Nutzung passen. Schutzart und Schutzklasse geben dabei wichtige Hinweise zur Sicherheit einer Leuchte – werden aber häufig miteinander verwechselt.

 



Die Schutzart, meist als IP-Code angegeben, beschreibt den Schutz einer Leuchte gegen Berührung, Fremdkörper, Staub und Wasser. Die Schutzklasse beschreibt dagegen den elektrischen Schutz gegen Stromschlag. Beide Angaben sind wichtig für Planung, Auswahl und Installation von Leuchten.

Designleuchte mit Schutzsymbolen für Schutzart und Schutzklasse bei Leuchten

 

Schutzart und Schutzklasse kurz erklärt 

Schutzart und Schutzklasse beschreiben zwei unterschiedliche Sicherheitsaspekte:

 

Begriff Was wird beschrieben? Typische Angabe
Schutzart Schutz gegen Berührung, Fremdkörper, Staub und Wasser IP20, IP44, IP54, IP65
Schutzklasse Elektrischer Schutz gegen Stromschlag Schutzklasse I, II oder III

 

Merksatz:
Die Schutzart schützt die Leuchte vor äußeren Einflüssen. Die Schutzklasse schützt Menschen vor elektrischen Gefahren.

Vergleich von Schutzart und Schutzklasse bei Leuchten mit Symbolen für Umweltschutz und elektrischen Schutz

 

Schutzart bei Leuchten

Die Schutzart IP gibt an, wie gut ein elektrisches Gerät – insbesondere eine Leuchte – gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Feuchtigkeit geschützt ist. IP steht für International Protection und wird durch zwei Kennziffern ergänzt. Die erste Kennziffer beschreibt den Schutz gegen Berührung und feste Fremdkörper. Die zweite Kennziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser.

 

IP44 und IP65 bei Leuchten erklärt mit Symbolen für Fremdkörper, Staub, Spritzwasser und Strahlwasser

 

Beispiel IP44:
Die erste Ziffer „4“ bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm. Die zweite Ziffer „4“ bedeutet Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen.

 

 

 

Beispiel IP65:
Die erste Ziffer „6“ bedeutet staubdicht. Die zweite Ziffer „5“ bedeutet Schutz gegen Strahlwasser.


 

Häufige IP-Schutzarten bei Leuchten

 

Schutzart Bedeutung Typische Anwendung  
IP20 Schutz gegen feste Fremdkörper ab 12,5 mm, kein Wasserschutz Trockene Innenräume, Büros, Wohnbereiche  
IP40 Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm, kein Wasserschutz Innenräume mit erhöhtem Berührungsschutz  

IP44

Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und Spritzwasser Feuchtere Innenbereiche, geschützte Bereiche  

IP54

Staubgeschützt und spritzwassergeschützt Technikräume, funktionale Bereiche  

IP65

Staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser Außenbereiche, robuste Anwendungen  

IP67

Staubdicht und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen Spezielle technische Anwendungen  

 

 

Welche Schutzart erforderlich ist, hängt immer vom konkreten Einsatzort ab. Eine Leuchte in einem trockenen Besprechungsraum benötigt andere Eigenschaften als eine Leuchte in einem Außenbereich, einer Spa-Zone oder einem technischen Nebenraum.


 

Welche Schutzart braucht eine Leuchte im Innenraum?

In trockenen Innenräumen ist häufig IP20 ausreichend. Das gilt zum Beispiel für Büros, Wohnräume, Empfangsbereiche, Besprechungsräume oder Lounges. Entscheidend ist jedoch, ob besondere Belastungen auftreten. Dazu gehören Feuchtigkeit, Staub, intensive Reinigung, Temperaturwechsel oder erhöhte Berührungsgefahr. In solchen Fällen kann eine höhere Schutzart sinnvoll oder notwendig sein.

 

Bei hochwertigen Innenraumprojekten steht neben der Schutzart auch die gesamte Lichtqualität im Fokus: Blendfreiheit, Farbwiedergabe, Lichtverteilung, Steuerung, Montageart und Designwirkung müssen zur Architektur passen.

Vergleich von trockenen Innenräumen mit IP20 und Innenbereichen mit höheren Schutzanforderungen

 

Welche Schutzart braucht eine Leuchte im Außenbereich?

Im Außenbereich sind Leuchten Feuchtigkeit, Regen, Schmutz und Temperaturwechseln ausgesetzt. Deshalb werden hier häufig höhere Schutzarten eingesetzt. Für geschützte Außenbereiche, zum Beispiel unter Vordächern oder in überdachten Eingangsbereichen, gelten andere Anforderungen als für frei bewitterte Fassaden, Terrassen oder Wege.

 

Wichtig ist: Eine hohe IP-Schutzart allein macht eine Leuchte nicht automatisch zur idealen Außenleuchte. Auch Material, Oberfläche, Montageposition, elektrische Anschlussbedingungen und Wartung müssen berücksichtigt werden.

Außenleuchten im geschützten und frei bewitterten Außenbereich mit unterschiedlichen IP-Anforderungen

 

Schutzklasse bei Leuchten

Die Schutzklasse eines elektrischen Geräts beschreibt die Maßnahmen zum Schutz vor elektrischem Schlag. Sie gibt an, wie eine Leuchte konstruiert ist, um die Sicherheit von Nutzerinnen und Nutzern zu gewährleisten.

 

Bei Leuchten werden grundsätzlich drei Schutzklassen unterschieden: Schutzklasse I, Schutzklasse II und Schutzklasse III.


 

Schutzklasse I – Schutz durch Schutzleiter

Leuchten der Schutzklasse I besitzen einen Anschluss für den Schutzleiter, auch PE genannt. Berührbare leitfähige Teile, zum Beispiel ein Metallgehäuse, werden mit dem Schutzleiter verbunden.

 

Kommt es zu einem Fehler, wird der Fehlerstrom über den Schutzleiter abgeleitet. Dadurch kann die vorgeschaltete Sicherung oder der Leitungsschutzschalter auslösen.

 

 

Typische Merkmale:

  • Schutzleiteranschluss vorhanden
  • häufig bei Leuchten mit Metallgehäuse
  • Schutz durch Erdung leitfähiger Teile
  • Kennzeichen: Erdungssymbol

 

Schutzklasse II – Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung

Leuchten der Schutzklasse II besitzen keinen Schutzleiteranschluss. Der Schutz wird durch eine doppelte oder verstärkte Isolierung der spannungsführenden Teile erreicht.

 

Dadurch soll verhindert werden, dass berührbare Teile im Fehlerfall eine gefährliche Spannung führen.

 

 

Typische Merkmale:

  • kein Schutzleiteranschluss
  • Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung
  • häufig bei entsprechend isolierter Konstruktion
  • Kennzeichen: Doppelquadrat-Symbol

 

Schutzklasse III – Schutz durch Schutzkleinspannung

Leuchten der Schutzklasse III arbeiten mit Schutzkleinspannung, zum Beispiel SELV oder PELV. Dabei handelt es sich um eine besonders niedrige Spannung, die im Normalfall keine gefährliche Berührungsspannung erzeugt.

 

Typische Beispiele sind bestimmte LED-Leuchten mit 12 V oder 24 V Betriebsspannung. Die notwendige Spannung wird über geeignete Betriebsgeräte, Transformatoren oder Netzteile bereitgestellt.

 

 

Typische Merkmale:

  • Betrieb mit Schutzkleinspannung
  • häufig bei 12-V- oder 24-V-LED-Leuchten
  • kein direkter Betrieb mit Netzspannung an der Leuchte
  • Kennzeichen: Symbol für Schutzkleinspannung

 

Schutzart und Schutzklasse in der Lichtplanung

Für Architekt, Lichtplaner und Elektroplaner sind Schutzart und Schutzklasse wichtige technische Angaben. Sie entscheiden jedoch nicht allein über die Qualität einer Leuchte.

 

In der professionellen Lichtplanung müssen mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden

Lichtplanung mit Schutzart, Schutzklasse, Montage, Material, Lichtverteilung, Steuerung und Designwirkung
  • Einsatzort und Umgebungsbedingungen

 

  • Schutzart und Schutzklasse

 

  • Montageart und Anschlussbedingungen

 

  • Material und Oberfläche

 

  • Lichtverteilung und Blendbegrenzung

 

  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe

 

  • Steuerung, Dimmung und Betriebsgeräte

 

  • Wartung und Zugänglichkeit

 

  • gestalterische Wirkung im Raum

Gerade bei hochwertigen Projektleuchten ist die richtige technische Ausführung entscheidend. Eine Leuchte muss sicher sein, technisch passen und zugleich die gewünschte Lichtwirkung im Raum erzielen.


 

Schutzart bei Designleuchten und Projektleuchten

Bei Designleuchten und individuellen Projektleuchten beeinflussen technische Anforderungen häufig auch die Gestaltung. Eine höhere Schutzart kann Auswirkungen auf Gehäuse, Diffusor, Dichtung, Wärmeableitung, Wartung und Lichtaustritt haben.

 

Deshalb sollte die Schutzart nicht erst am Ende der Planung geprüft werden. Sie gehört früh in den Abstimmungsprozess zwischen Architektur, Lichtplanung, Elektroplanung und Hersteller.

 

SATTLER unterstützt Sie bei der Auswahl und projektbezogenen Ausführung passender Leuchten – vom hochwertigen Innenraum bis zur individuellen Sonderlösung.


 

Häufige Fragen zu Schutzart und Schutzklasse bei Leuchten