Göppingen, Deutschland
Projekt: Amtsgericht Göppingen | Renaissance Schloss
Planung: Petra Haller
Photo: Heinz Fahrion
Jahr: 2016
Schloss Geschichten
Das Amtsgericht Göppingen im Renaissance Schloss
"[...] vierflügeliges Schloss im Stil der Renaissance. Es wurde in den Jahren 1550 bis 1568 unter Leitung von Baumeister Aberlin Tretsch erbaut. Der Auftrag hierzu wurde von Herzog Christoph von Württemberg erteilt, welcher nach einem erfolgreichen Kuraufenthalt im damaligen Göppinger Sauerbrunnen veranlasste, ein fürstliches Schloss an der Stelle einer schon bestehenden, erstmals 1455 erwähnten Wasserburg zu bauen, das ihm und seinen Nachfolgern während ihrer Kuraufenthalte in Göppingen als Wohnung dienen sollte. [...] "
Im späteren Verlauf der Geschichte diente das Schloss auch als Witwensitz der Herzoginnen von Württemberg. [...]
(Noch später...) wurden im Schloss das Amtsgericht und Dienstwohnungen für dessen Richter untergebracht. Wilhelm August von Breitling (1835-1914), von 1901 bis 1906 württembergischer Ministerpräsident, verbrachte seine ersten Lebensjahre auf Schloss Göppingen, nachdem sein Vater Paul Breitling (1798-1867) 1835 Oberamtsrichter in Göppingen wurde und mit seiner Familie eine der Dienstwohnungen im Schloss bezog.
Seit 2002 wurden im Göppinger Schloss Untersuchungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt, wodurch einerseits die denkmalgeschützte Bausubstanz erhalten, andererseits jedoch auch die Ausstattung und der Innenbereich den Erfordernissen einer modernen und funktionalen Behörde angepasst wurden.
Nachdem vormals mitunter andere Behörden mit im Gebäude untergebracht waren, zuletzt nahezu alle Göppinger Notariate, beherbergt es nunmehr nach der Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs auf das Nachlass- und Betreuungsgericht seit dem 01. Januar 2018 ausschließlich das Amtsgericht Göppingen."
Ob es die annähernde Gleichheit der Sorgfalt und Liebe mit der die Dinge hergestellt wurden ist, die die Schönheit ausmacht? Selbstverständlich gehört der damaligen Baukunst unser aller höchster Respekt gezollt. Diese formschönen Steinbögen. Mit welch wenigen Werkzeugen und purer Menschen- & Tiereskraft damals Dinge hersgestellt wurden. Die achtsame Auswahl der Steine entsprechend Materialität und Farbe, so dass bestimmte verstärkende Betonungen beispielsweise auf dem Sternenbild liegt, in dem die verschiedenen Linien aufeinander treffen. Welch ein Aufwand, Kosten und Zeit in all dem steckt...
Und auch die Leuchten von der SATTLER Leuchtenmanufaktur werden noch heute von Hand in Deutschland gefertigt. Qualitativ hochwertig ausgewählte Materialien und neueste LED-Technik werden von liebevollen & erfahrenen Händen in der Produktion in Göppingen vom Objekt zum leuchtenden Element zusammengefügt. Zugegebenermaßen heute glücklicherweise unter zur Hilfenahme einiger erleichternder Werkzeuge & Maschinen. Doch die abgebildeten Aluminium-Lichtringe beispielsweise sind tatsächlich handpoliert. Es erfüllt das Team mit Stolz, dass die handpolierten ANELLO-Lichtringe in diesen schönen Räumlichkeiten, die Handwerkskunst vorangegangener Zeiten in sich spiegeln.
Weitere besondere Schmuckstücke der Handwerkskunst im Schloss
Bemalter Torbogengang
Die Rebenstiege
"Die sogenannte Rebenstiege wurde von dem Göppinger Steinmetz Hans Neu geschaffen. 71 der 79 Stufen dieser 1562 gebauten Wendeltreppe sind an der Unterseite mit einem steinernen Blätter- und Früchtegeflecht eines Weinstocks verziert, in dessen Ranken insgesamt 13 verschiedene Tiere wie Vögel, ein Bär und ein Wildschwein eingearbeitet wurden."
"Beleuchtungswahl nach gerichtlichen Aspekten"
Tatbestände
1. Renaissance Schloss - Historisches Gebäude
2. Restauration & Sanierung
3. Gewölbedecke
4. Raumfunktion & -ausstattung: Großer Gerichtssaal mit Blockbestuhlung
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Rechtsfolgen
- - Denkmalschutz beachten
- - Gebäudecharme aufrechterhalten
- - Energieaspekte beachten: moderne & effiziente Lichttechnik
- - Stromversorgung prüfen
- - Dimmmethode definieren
- - Steinmetz Handwerkskunst in Szene setzen
- - Bögen betonen
- - Traglast prüfen
- - Abhängeart prüfen & Abhängepunkte festlegen
- - Lichtauswahl entsprechend Sehaufgabe
- - Beachtung der Lichtwerte:
- Lichtfarbe, Lumenoutput, Blendwerte, Dimmbarkeit
- - Mobiliar in Lichtplanung einbeziehen
Das leuchtende Urteil
- Das Urteil fiel zu Gunsten der großflächigen, direkt und indirekt leuchtenden, Ringpendelleuchte ANELLO mit der edlen handpolierten Aluminium Oberfläche aus. Mehrere der Leuchten mit einem Durchmesser von 1,6 m wurden entlang des großen rechteckigen Tisches abgependelt. Ausgerichtet wurde sowohl das Mobiliar als auch die Positionierung der Beleuchtung insbesondere anhand der Vorgaben der Gewölbedecke. Nicht zuletzt durch die indirekte Beleuchtung der ANELLO wird die Decke nochmals in Szene gesetzt und der Fokus auf die zusammenlaufenden Streben - den leuchtenden Stern in der Mitte - gesetzt. Hier laufen alle Fäden zusammen, alte und neue Lebenslinien, alle Tatbestände und begegnen sich und den Rechtfolgen.
Treffpunkt in der Mitte des Lichts
Sternförmiges Zusammenkommen der Linien im Kreisinneren der Ringleuchte
Leuchtende Handwerkskunst.
Verwendete Produkte
Autorin: Lydia Lange
